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Eine zauberhafte Nanny 2 – Nanny McPhee ist wieder da

Nein, das ist kein Aprilscherz: Am 1.April startet das zweite Abenteuer der magischen Nanny in den Kinos. Die Filme um Nanny McPhee basieren auf einer Romanvorlage: Christianna Brand, eine englische Schriftstellerin, die 1988 im Alter von 81 Jahren starb, schrieb die Geschichten um die zauberhafte Nanny. Bekannt geworden ist Christianna Brand aber auch durch ihre vielen Kriminalromane.

Im Jahr 2005 wurde Eine zauberhafte Nanny verfilmt, mit Emma Thompson als Nanny Matilda. Eine zauberhafte Nanny wurde ein achtbarer Erfolg, was nicht zuletzt an Emma Thompson und ihrer Hingabe an die Rolle lag: Immerhin ist die attraktive Engländerin im Film kaum zu erkennen, die Maskenbildner leisteten ganze Arbeit. Auch schrieb Thompson die Drehbücher zu beiden Nanny-Filmen.

Nachdem die zauberhafte Nanny im ersten Film also die sieben störrischen Kinder des Witwers Cedric mit ihren magischen Fähigkeiten und etlichen Regeln auf Trab gebracht hat, wird sie nun im zweiten Teil – „Eine zauberhafte Nanny – Knall auf Fall in ein neues Abenteuer“ betitelt – während des zweiten Weltkriegs erneut zum Einsatz kommen. Auf einem Bauernhof hilft die zauberhafte Nanny einer zweifachen Mutter, deren Mann im Krieg ist, sich gegen den fiesen Schwager durchzusetzen, der den Hof gerne verkaufen möchte. Dabei sind natürlich auch im zweiten Teil von Eine zauberhafte Nanny die Kinder von elementarer Bedeutung. Die müssen sich nämlich mit zwei Cousins, die aus der Stadt auf die Farm evakuiert worden sind, herumschlagen. Naja, die Chancen stehen gut, dass die zauberhafte Nanny auch diesen „Fall“ wieder lösen wird. Für Kinder und Freunde von märchenhaften Geschichten (mit viel Special Effects) ist auch der zweite Teil von Eine zauberhafte Nanny eine sichere Bank. Action-Liebhaber sollten ihn aber eher meiden!

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Metro 2033 – Baller-Action made in Russia

Nachdem ich vor kurzem schon über die erfolgreiche “Wächter“ Buch- und Filmreihe aus Russland gesprochen habe, kommt jetzt was über ein russisches Action-Spiel für den PC und die Xbox 360: Metro 2033 heißt das Teil. Und sapperlot: Auch Metro 2033 beruht auf einem Buch eines russischen Schriftstellers. Dmitry Glukhovsky heißt der junge Mann (Jahrgang 1979) und seine Bücher Metro 2033 (auf dem das Spiel beruht) und Metro 2034 sind in Russland ein Riesenerfolg gewesen. Auch bei uns waren die Endzeit-Sci-Fi Romane ein Überraschungshit.

Die Story spielt im Moskau des Jahres 2033 (wer hätte das gedacht), ein schrecklicher Krieg hat die ganze Welt überzogen. In Moskau treiben sich Mutanten und anderes unangenehmes Pack herum. Die wenigen überlebenden Menschen haben sich in die Metro zurückgezogen und versuchen im U-Bahn-Netz ihr Überleben zu sichern. Das Leben in der Metro ist natürlich nicht so einfach, und die Schilderung der Versuche, in der postapokalyptischen Welt über die Runden zu kommen, macht den Reiz von Metro 2033 aus.

Und aus diesem Schmöker (Metro 2033 hat immerhin fast 800 Seiten) hat eine ukrainische Spieleschmiede nun einen Ego-Shooter gebastelt. Wilde Schießereien in den Metro-Schächten, Ausflüge in die zerstörte Oberwelt, monströse Kreaturen, die besiegt werden wollen – Metro 2033 ist gelungenes Futter für Ego-Shooter-Fans mit Hang zu Sci-Fi- und Fantasy-Szenarien. Bis jetzt war Russland im Bereich Computerspiele eher für Tetris bekannt: Metro 2033 ist der Beweis, dass aus Osteuropa auch massenkompatible und perfekt gestylte Actionspiele kommen können. Ob Metro 2033 allerdings auch so erfolgreich wie Tetris werden wird, steht auf einem anderen Blatt.

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Der Fänger im Roggen – ein Klassiker der modernen Literatur

J.D. Salinger, der Autor von Der Fänger im Roggen ist vor kurzem gestorben. Salinger war ein mysteriöser Kerl und Der Fänger im Roggen sein einziger Roman. Er hat zwar noch einige Kurzgeschichten und Novellen (die auch empfehlenswert sind, aber lange nicht so erfolgreich wie sein Roman) geschrieben, Der Fänger im Roggen von 1951 ist aber sein Hauptwerk (ein magnum opus mit gerade mal knapp 200 Seiten). Der Fänger im Roggen handelt vom 16-jährigen Holden Caulfield, der die Schule schwänzt und drei Tage lang durch Manhattan streift, weil er sich nicht nach Hause traut. Als Der Fänger im Roggen 1951 erschien, wurde es recht positiv aufgenommen. Mit den Jahren wuchs es immer mehr zum Klassiker, der an Schulen und Universitäten ununterbrochen gelehrt und untersucht wurde. Da Der Fänger im Roggen nicht mit Umgangssprache und Schimpfwörtern sparte, gehörte das Buch auch immer mit zu den meist zensierten Büchern in den USA.

Ein Grund für die stetig wachsende Popularität von Der Fänger im Roggen war neben dem zeitlosen Thema des heranwachsenden und an seiner Umwelt zweifelnden Jugendlichen und dem Verlust der Unschuld auch die unwahrscheinliche Zurückgezogenheit von J.D. Salinger: Dieser gab kaum Interviews, war überhaupt nicht in den Medien präsent und einer der geheimnisumwittertsten Autoren des 20. Jahrhunderts (nur noch getoppt von Thomas Pynchon, von dem nicht mal ein Bild existiert, das neuer als 40 Jahre ist). Verfilmt wurde Der Fänger im Roggen übrigens nie, Salinger hatte zu hohe Ansprüche und vertraute Hollywood nicht.

Scheinbar lagen noch ganz viele fertige Manuskripte in Salingers Schublade, von denen einige bestimmt posthum veröffentlicht werden. Ob allerdings ein Klassiker vom Schlage Der Fänger im Roggen dabei sein wird, ist fraglich. Für alle, die Geschichten übers Erwachsenwerden mögen, ist Der Fänger im Roggen aber weiterhin Pflichtlektüre.

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Stieg Larsson: Verdammnis im Kino

Bald ist es soweit: Am 4. Februar kommt bei uns die Verfilmung des zweiten Bandes der Millenium-Trilogie von Stieg Larsson in die Kinos: Verdammnis. Hier wird die Geschichte vom Reporter Mikael Blomquist und der Meister-Hackerin Lisbeth Salander fortgesetzt. Auch Verdammnis habe ich letztes Jahr verschlungen (genau wie die anderen zwei Bände der Millenium-Trilogie) und freue mich schon auf die Verfilmung. Der Film zum ersten Band war meines Erachtens schon sehr gelungen (lest dazu doch meinen Blogpost aus dem vergangenen Oktober), ich hoffe, Verdammnis ist genauso gut umgesetzt. Da die Verfilmung von Verdammnis „nur“ 129 Minuten lang ist, bin ich mir sicher, dass wie beim ersten Teil die etwas langatmigeren Passagen heraus gekürzt wurden. Schließlich ist Verdammnis knapp 30 Minuten kürzer als der erste Film – und das obwohl das Buch Verdammnis mit 768 Seiten sogar noch 60 Seiten länger ist als Band 1. Die Schauspieler sind die noch aus Teil 1 bekannten, die Story ist spannend – ich denke einmal, auch Verdammnis wird ein verdammt aufregendes Kino-Erlebnis. Die Verfilmung des dritten Bandes ist in Schweden schon Ende November letztes Jahr angelaufen und wird bei uns bestimmt auch noch dieses Jahr in die Kinos kommen.

Was mich übrigens mal interessieren würde: Wie kommen die Lektoren oder Redakteure der Verlage immer auf diese Buchtitel? Band 1 “Verblendung” heißt wörtlich aus dem Schwedischen übersetzt „Männer, die Frauen hassen“. “Verdammnis” hat den Originaltitel „Das Mädchen, das mit dem Feuer spielte“ und „Vergebung“ hat den schönen Titel „Das Luftschloss, das gesprengt wurde“. Wie kommt man da auf diese deutschen Titel? Was hat „Verdammnis“ mit einem Mädchen, das mit Feuer spielt, zu tun? Fragen über Fragen, die mir wahrscheinlich nur die Marketingexperten der Verlage beantworten können.

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Asterix & Obelix feiern Geburtstag – der neue Asterix Band

Schon der letzte Asterix-Band „Gallien in Gefahr“ aus dem Jahr 2005 war der großen Asterix-Tradition unwürdig. Asterix-Zeichner und -Texter Albert Uderzo war hier auf einem traurigen Tiefpunkt angelangt: Zwar waren die Zeichnungen noch spritzig und denen der vorhergehenden Asterix-Bände ebenbürtig, die Story war aber dermaßen an den Haaren herbeigezogen und dazu noch schlecht ausgeführt, dass es jeden altgedienten Asterix-Fan (so wie mich) nur gruseln konnte. Deswegen fieberte ich dem Jubiläumsband „Asterix & Obelix feiern Geburtstag – Das goldene Buch“ nicht gerade entgegen. Nichtsdestotrotz (die Neugier ist eben größer) musste der Band natürlich doch gekauft werden.

Tja, was soll ich sagen? Auch mit diesem Band schafft es der mittlerweile 82-jährige Uderzo nicht, an die alten Glanzzeiten anzuknüpfen. Er ist auch im hohen Alter ein begabter Zeichner aber leider immer noch kein begnadeter Texter. Nach dem viel zu frühen Tod seines Partners René Goscinny im Jahr 1977 wollte er es eben allein schaffen – aber das hat er nie. Von Band zu Band wurden die Geschichten schlechter und Uderzos Weigerung, einen fähigen Szenaristen mit an Bord zu nehmen, immer unsinniger.

Und beim Jubiläumsband „Asterix & Obelix feiern Geburtstag“ (vor 50 Jahren erschien der erste Asterix-Band) ist mal wieder die Story (oder das Nichtvorhandensein derselben) das Problem. Die im neuen Band versammelten Kurzgeschichten sind mal mehr, meistens aber weniger geglückt und manchmal richtig ärgerlich. Ein paar nette Aha-Erlebnisse und Reminiszenzen an die guten alten Tage, ein paar nette Gags – jedoch sind die Ansprüche (ich geb’s ja zu) an einen neuen Asterix-Band einfach gigantisch hoch. Für 50 Jahre Asterix ist „Asterix & Obelix feiern Geburtstag“ wirklich kein würdiger Jubiläumsband. So hart es klingt: Man kann wirklich nur hoffen, dass dies jetzt der letzte Band aus der Feder von Uderzo sein wird (zumindest als Autor) – denn die wirklich großartige Historie von Asterix hat diese Demontage nicht verdient. Also: Jubiläumsband lesen und sofort vergessen! Und dann alle alten Asterix-Bände wieder vorkramen (oder neu kaufen) und einen der besten Comics aller Zeiten genießen. Alea iacta est!

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Persepolis: Über das Leben im Iran

Für Comics ist normalerweise mein Kollege Claus zuständig, der ein wahrer Comic-Freund und Kenner der Szene ist. Aber in diesem Ausnahmefall muss ich einmal über einen Comic berichten; habe ich doch vor kurzem meinen ersten „Erwachsenen“-Comic gelesen und bin richtig begeistert. Es geht um  „Persepolis – eine Kindheit im Iran“ von Marjane Satrapi, eine 1969 geborene Iranerin, die heute in Paris lebt. Sie schreibt über das Leben, das sie als Kind mit ihren Eltern in Teheran in den 70er-Jahren führt, während die Islamische Revolution stattfindet, die 1979 im Sturz des Schahs und der Machtergreifung der Mullahs gipfelt.

In faszinierend pointierten kurzen Episoden, die komisch und todtraurig zugleich sind, wird aus Sicht des liebenswerten kleinen Mädchens die Unterdrückungen dieser Zeit gezeigt. Die kleine Marjane ist aufmüpfig und passt so gar nicht in die Vorstellungen der Revolutionswächter. Daraus ergeben sich jede Menge gefährliche, absurde und eben auch komische Szenen; alltägliche Situationen, die ein vielsagendes Licht auf die „großen“ Ereignisse im Land werfen. Mehr als eine Million Mal wurden die Bände verkauft und in mehr als 25 Sprachen übersetzt – zu Recht, selten liest man ein so berührendes Buch. Auch als Film gibt es Persepolis seit 2007, verfilmt von Satrapi selbst. Hier der Trailer dazu, damit bekommt ihr auch einen tollen Einblick in den Stil, in dem auch der Comic gezeichnet ist.

Comic und Film sind nicht neu, aber wie ich finde gerade zur Zeit wieder interessant, um die Unruhen im Iran nach der Wahl im Juni besser zu verstehen. Satrapi zeigt natürlich eine sehr persönliche Sicht auf den Iran; aber gerade das macht es so anrührend und so lesenswert.

Hier gibts Film und Comic zu kaufen.

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„Karlchen“ von Rotraut Susanne Berner – Kinderbuch-Klassiker zum Immer-wieder-Anschauen

Ich lese gerne und ich lese auch gerne vor. Aber – vielleicht kennt ihr das auch – manche Bücher nerven einfach ganz schnell. Wenn es dann ausgerechnet die sind, die die Tochter wochenlang jeden Abend hören und/oder sehen will, macht mir das einfach keinen Spaß. Zum Glück gibt es Bücher, die Eltern und Kindern (in diesem Fall Kleinkindern ab ca. 2) gleichermaßen gefallen. Unsere absolute Lieblingsreihe ist dabei „Karlchen“ – ein kleiner Hase, der mit seinen Eltern, Oma Nickel und seiner Kusine Käthe ganz normale „Abenteuer“ erlebt. Das „Abenteuer“ dreht sich zum Beispiel in „Karlchen geht einkaufen“ darum, dass der schusselige Hasenpapa alles vergisst, was man zum Einkaufen eigentlich braucht – und am Schluss von der Hasenmama im Supermarkt gerettet wird, die ihm im Jogginganzug den Geldbeutel hinterherträgt. Oder in „Gute Nacht Karlchen“ geht es um das Abendritual, mit dem der Papa seinen Sohn ins Bett bringt. Der Clou sind die unglaublich liebevollen Details, mit denen die Geschichte gezeichnet ist: Da erlebt das Haustier, ein schwarz-weiß gepunktetes Huhn, mit seinem Küken ganz nebenbei die gleiche Geschichte wie die Hauptpersonen. Oder an der Wand hängen Bilder, die zu einer der anderen Geschichten gehören. Noch dazu kostet ein (Papp-)Buch nur 6,90 Euro, da kann man sich durchaus nach und nach die ganze Reihe zulegen (es gibt fünf Bände). Und noch ein Tipp: Für die etwas Größeren (ab ca. 3 Jahren) gibt es die „Karlchen-Geschichten“, kurze Texte auf je einer Seite zum Vorlesen. Danke für diese tollen Bücher, Rotraut Susanne Berner.

Karlchen geht einkaufen
Gute Nacht, Karlchen
Guten Morgen, Karlchen
Wo ist Karlchen?
Ein Schwesterchen für Karlchen

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Nido – das neue Magazin für junge Eltern

Nido ist ein Ableger vom STERN und zielt auf junge Eltern, die laut Editorial „eine Familie, aber nicht gaga“ sind. Soll heißen: Nur weil Kinder im Haus sind, wollen moderne Eltern doch wohl trotzdem weiter über angesagte Musik, Produkte, Lifestyletrends, Gesellschaftsentwicklungen oder Reisen informiert sein. Das Ganze nur eben aus einer etwas anderen Perspektive. Klingt soweit für mich persönlich sehr ansprechend. Wie ist das Heft aber nun geworden? Auf den ersten Blick gelungen: Layout, Typo und Bildsprache sind modern-retro, übersichtlich und angenehm zu lesen. Vielleicht ein bisschen dunkel geraten mit dem vielen Schwarz in der Typo. Die Themen breit gefächert: Arbeiten nach der Babypause, guter Sex trotz Baby, Familie mit Kleinkindern auf Weltreise – das sind die Aufmacher. Leider – die Qualität der Artikel kann mit dem hohen Anspruch der Macher meiner Ansicht nach nicht mithalten. Irgendwie wirkt es, als hätte man die Artikel alle schon mal gelesen, nirgendwo bleibt man richtig hängen, nichts übertrifft die Erwartung. Schade! Dazu 300-Euro-Klamotten an einem Sechsjährigen in der Modestrecke, naja. Und statt sieben Unternehmer, die Kinder-Klassiker herstellen, mit jeweils 3 Sätzen und einem großen Bild Ihres Privatreichs vorzustellen, wäre es interessanter gewesen, eine spannende Unternehmensgeschichte ausführlich und detailliert recherchiert zu lesen. Eine Chance gebe ich der zweiten Ausgabe, die im Herbst kommen soll, vielleicht noch – aber dann ist leider Schluss.

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Nachtzug nach Lissabon – Feine Lektüre

Mein Tipp für Lesefreunde: Pascal Mercier beschreibt in wunderbarer Art und Weise in seinem Roman „Nachtzug nach Lissabon“, dass es nie zu spät ist aufzubrechen, um seinen Träumen zu folgen und sich neu kennenzulernen. Genau das tut “Mundus”, Studienrat Mitte 50 und zentrale Figur seines Romans: Nach einer aufwühlenden Begegnung mit einer portugiesischen Frau bricht er aus seinem geregelten Alltag aus und setzt sich quasi über Nacht in einen Zug nach Lissabon. Mit einer fast kindlich direkten Vorgehensweise verfolgt er dort anhand eines Buches die Spur eines Arztes und Mitglieds der portugiesischen Widerstandbewegung unter dem Diktator Salazar, der seit 30 Jahren tot ist. Er lernt die Menschen und Schicksale, die mit diesem Arzt verbunden sind, kennen und entdeckt sich selbst dadurch immer wieder neu. Es ist ein leises Buch über Freundschaft, Loyalität und den Sinn des Lebens. Spannend ist es, selbst den Gedanken weiterzuspinnen: „Was wäre, wenn ich morgen einfach ein ganz anderes Leben führen würde?” Als Lektüre für lange Sonntagnachmittage im Liegestuhl unbedingt zu empfehlen.

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