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Kaufratgeber Camcorder – Das müssen Sie wissen

 

Sony HDR-CX200EROb Smartphone oder Digitalkamera: Viele Geräte sind heute in der Lage, Videos aufzunehmen. Doch wer das Filmen zum Hobby machen möchte, wird über kurz oder lang zum Spezialisten greifen wollen. Moderne Camcorders sind kompakt, bieten eine tolle Bild- und Tonqualität und lassen sich darüber hinaus mit viel Zubehör ausrüsten.

 

INHALT:

1. Welche Bauformen gibt es?

2. MiniDV Band oder SD-Karte – Welches Speicherformat ist das richtige für mich?

3. Was macht ein gutes Objektiv aus?

4. Ist ein größerer Zoombereich auch immer besser?

5. Was ist der Unterschied zwischen CCD- und CMOS-Sensoren?

6. Reicht das verbaute Mikrofon aus?

7. Wie funktioniert ein Bildstabilisator?

8. Was gibt es beim Kontrollmonitor zu beachten?

9. Was ist ein Videocodec?

 

 

 

1. Welche Bauformen gibt es?

Camcorder kommen in ganz unterschiedlichen Gehäuseformen daher. Während Geräte im Pistolenformat besonders stabil in der Hand liegen, zwingt die klassisch längliche Form den Filmer zu etwas mehr Muskelanstrengung. Dafür lassen sich diese Modelle aber auch leichter mit beiden Händen stabilisieren, was oftmals für eine ruhigere Aufnahme sorgt. Daneben existieren auch Aufnahmegeräte in Handygröße, die vor allem bei YouTube-Filmern beliebt sind. Diese Camcorder sind besonders kompakt, leicht zu transportieren und schnell einsatzbereit.

 

2. MiniDV Band oder SD-Karte – Welches Speicherformat ist das richtige für mich?

MiniDV Band ist als Speicherformat nach wie vor verbreitet und bietet einige Vorteile. So werden die Aufnahmen nicht stark komprimiert und von dieser hohen Bitrate profitiert die Bildqualität. Und doch setzen die meisten Hersteller heute auf modernere, nonlineare Speichermedien wie SD- und SDHC-Karten – und das aus gutem Grund.

 

Da sie keine beweglichen Teile haben, sind SD-Karten Stößen und Erschütterungen gegenüber absolut unempfindlich. Sie verbrauchen weniger Strom und sind kleiner und leichter, was Camcorder von viel kompakterer Bauweise ermöglicht. Vor allem aber erleichtern sie den Umgang mit dem Filmmaterial erheblich. Aufnahmen können viel schneller durchsucht und zur weiteren Bearbeitung auf den PC übertragen werden.

 

Noch komfortabler sind Kamera-Modelle, die über einen SSD-Flash-Speicher verfügen. Diese SSD-Speicher, oder auch Solid State Drives, sind ebenfalls stoßunempfindlich und zeichnen sich durch eine besonders lange Lebensdauer aus. Der Vorteil gegenüber SD-Karten liegt in ihrer großen Speicherkapazität, sowie Lese- und Schreibgeschwindigkeit, der Nachteil ganz eindeutig derzeit noch im Preis.
Canon Legria HF R46

3. Was macht ein gutes Objektiv aus?

Das wichtigste Qualitätsmerkmal eines Kameraobjektivs ist seine Lichtstärke, die mit der Blendenöffnung beschrieben wird. Dabei gilt: je kleiner die Zahl, desto besser die Lichtausbeute und damit auch die Bildqualität. Während ein Objektiv mit einer Blendenöffnung zwischen f1,8 und f2,8 schon durchaus als lichtstark zu bezeichnen ist, gelingen sehr gute Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen nur mit Objektiven mit einer Blende von unter f1,6.

 

Auch das Linsensystem hat einen deutlichen Einfluss auf die Bildqualität. Hochwertige Geräte sind deshalb in der Regel mit aufwendigen Optiken von namenhaften Herstellern wie Leica, Schneider-Kreuznach oder Zeiss ausgestattet.

 

4. Ist ein größerer Zoombereich auch immer besser?

Im Consumer-Bereich werden viele Camcorder mit 20- oder sogar 30-fachem Zoom angeboten, der die fest verbauten Objektive flexibler einsetzbar machen soll. Allerdings sind diese großen Brennweiten nicht immer von Vorteil. Konstruktionsbedingt gehen mit dem Zoom auch Abbildungsfehler, beispielsweise Verzeichnungen und Farbsäume, einher. Mit einem großen Zoom-Level sollte außerdem unbedingt ein optischer oder mechanischer Bildstabilisator verbaut werden. Anders können sonst wackelfreie Aufnahmen nicht gelingen.

 

Wichtig für den Verbraucher ist, dass nur der optische Zoom die Bildqualität von Kamera und Objektiv erhält. Ein Digitalzoom verkleinert einfach nur den Bildausschnitt und damit auch die Auflösung der Videoaufnahme. Da er die Aufnahmequalität so erheblich verschlechtert, sollte er nur im Notfall zum Einsatz kommen.

 

Wesentlich mehr hat der Videofilmer dagegen von einem Camcorder mit einem echten Weitwinkel, also unter einer Brennweite von 35 mm. Dieser erlaubt spannende Panoramaaufnahmen, interessante Perspektiven und das Filmen in Räumen.

 

Panasonic HC-V2105. Was ist der Unterschied zwischen CCD- und CMOS-Sensoren?

In vielen günstigen Kameramodellen ist ein CCD-Bildsensor verbaut, die Abkürzung steht für Charged Coupled Device Sensor. Diese Art von Bildsensor funktioniert mit Farbfiltern, die über den Pixeln angebracht sind. Sie trennen das einfallende Licht in die roten, grünen und blauen Anteile des Spektrums auf, anschließend werden die Farben benachbarter Pixel wieder zum endgültigen Bild zusammengerechnet. Deshalb beträgt die effektive Auflösung eines CCD-Sensors nur ein Drittel der eigentlichen Pixelanzahl.

 

Eine Fortentwicklung dieser Technik ist in HD-Camcordern zu finden, die häufig über drei dieser CCD-Sensoren verfügen. Dabei ist jeder Sensor für jeweils eine Farbe zuständig. So wird zwar eine bessere Bildqualität ermöglicht, gleichzeitig verbrauchen die drei Sensoren deutlich mehr Platz. Diese Technik ist also für gewöhnlich nicht in kompakten Kameramodellen zu finden.

 

CMOS-Bildsensoren – auch als aktiver Pixelsensoren bekannt – sind Halbleiterelemente, die der Messung des Lichtes dienen und auch häufig in Spiegelreflexkameras verbaut sind. Sie zeichnen sich gegenüber den CCD-Sensoren durch höhere Lichtempfindlichkeit und Bildschärfe, sowie ein geringeres Rauschverhalten aus. Außerdem verbrauchen diese Sensoren deutlich weniger Strom. In neueren Camcorder-Modellen sind deshalb immer häufiger CMOS-Sensoren verbaut.

 

6. Reicht das verbaute Mikrofon aus?

Gerade bei günstigen Geräten ist das verbaute Mikrofon meist nicht von besonderer Qualität. Für die Aufnahme von Sprache reicht es in der Regel aus, andere Geräusche und besonders Musik klingen dagegen oft fade. Wer Wert auf eine gute Tonaufnahme legt, sollte deshalb unbedingt darauf achten, dass der Camcorder sowohl einen Mikrofonausgang als auch eine Kopfhörerbuchse hat, mit der die Tonqualität während der Aufnahme kontrolliert werden kann. Die meisten externen Mikrofone werden über einen 3,5 mm-Klinkenanschluss angeschlossen.

 

7. Wie funktioniert ein Bildstabilisator?

Sony HDR-GW55VEKaum jemand hat eine absolut ruhige Hand, deshalb sind Bildstabilisatoren praktisch, um kleine Wackler abzufangen. Spätestens bei größeren Brennweiten ist ein solcher Bildstabilisator dann unabdingbar, will man nicht zum Stativ greifen. Sie sind den Aufpreis also durchaus wert und inzwischen in vielen Modellen zu finden. Man unterscheidet zwischen optischen und elektronischen Bildstabilisatoren.

 

Die optische Variante gleicht Verwacklungen schon aus, bevor der Bildsensor auf Aufnahme erfasst. Es entstehen somit keinerlei Qualitätseinbußen. Das funktioniert über einen Sensor im Kameragehäuse, der Vibrationen registriert und durch eine spezielle Linse ausgleicht. Dagegen rechnet der elektronische Bildstabilisator Wackler und Erschütterungen einfach nach der Aufnahme aus den Bildern heraus. Diese Methode hat den großen Nachteil, dass die Bildqualität bei der Korrektur leichte Einbußen erleidet.

 

8. Was gibt es beim Kontrollmonitor zu beachten?

Die Größe des Displays entscheidet maßgeblich über den Preis der Kamera und misst in der Regel zwischen 2,5 und 3 Zoll. Neben der Größe und Helligkeit ist aber vor allem die Farbtreue ein wichtiges Kriterium für die Qualität eines Kontrollmonitors. Die Abbildung sollte detailgetreu, farbecht und scharf sein, damit der Filmer die Aufnahmesituation auch gut einschätzen kann. So lassen sich später böse Überraschungen vermeiden.

 

Viele Hersteller verbauen auch Touchscreens, über die die Kameras bedient werden sollen. Hierbei ist zu beachten, dass es sich um ein hochwertiges Modell handelt, das die Eingaben schnell und zuverlässig erkennt. Schlechte Displays, die träge oder teils überhaupt nicht reagieren, können die Freude an einer sonst gelungenen Kamera schnell ins Gegenteil verkehren.

 

Schwenk- und klappbare Monitore machen die Aufnahme besonders komfortabel, da man sie an den jeweiligen Blickwinkel leicht anpassen kann. Das ist gerade bei schlecht zugänglichen Motiven und experimentellen Perspektiven ein echter Vorteil.

 

9. Was ist ein Videocodec?

Der Videocodec ist für die Komprimierung der Aufnahmedaten zuständig. Er verkleinert also den Speicherumfang großer Datenmengen, die durch Videoaufnahmen anfallen, und erhält dabei weitestgehend die Bild- und Tonqualität. Übliche Videocodecs sind beispielsweise MPEG-4, MPEG-2, DivX, Avi und Xvid, die in der Regel von allen Geräten abgespielt werden können.

 

Viele HD-Camcorder setzen auf den MPEG-2-Codec, der hinsichtlich der Auflösung hohe Qualitäten und Datenraten liefert. Auch bei DVD und digitalen Fernsehprogrammen kommt MPEG-2 zum Einsatz. Dabei speichert der Codec nicht jedes einzelne Bild, sondern vielmehr das, was sich von Bild zu Bild verändert – so wird Speicherplatz für Daten gespart.

 

MPEG-4 wurde von Anfang an mit dem Ziel entwickelt, Einsatz in mobilen Geräten wie Camcordern mit niedriger Bandbreite zu finden. Das Speicherverfahren ähnelt dem von MPEG-2, allerdings werden die Videos dabei noch stärker komprimiert. Der Videocodec MPEG-4 findet gerade in günstigeren Kameramodellen Verwendung und enthält im Vergleich etwa zu MPEG-2 weniger Bildinformationen.

 

Stand: Dezember 2013

Laura Engelbrecht
Motto: "Be yourself, no matter what they say" (Sting, Englishman in New York) Über mich Das Leben ist zu kurz, um sich mit hässlichen Dingen zu umgeben - daher bin ich gerne kreativ und mache mir die Welt, wie sie mir gefällt! Fotografie, Kunst, Basteln und Dekorieren, Mode, Taschen … es gibt so viele Dinge die das Leben schöner machen. Außerdem bin ich bekennender Apple Freak. Teuer hin oder her, der neueste Schnickschnack muss sein.

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