Kochtöpfe im Test: Topf-an-Topf-Rennen

Kochtöpfe im Test 07.01.09, Quelle: STIFTUNG WARENTEST

Gute Kochtöpfe heizen schnell auf, halten die Wärme und geben sie gleichmäßig ab. Lohnt sich die Ausgabe für teure Markentöpfe oder sind billige Töpfe ebenso gut? Im Test: 17 Topfsets für 80 bis 740 Euro.

AMC-Topfset Test und Preisvergleich

Der Vertreter von AMC kommt direkt ins Haus, präsentiert seine Töpfe, kocht und kassiert: 740 Euro für ein Topfset mit drei Kochtöpfen: 16, 20 und 24 Zentimeter groß. Die Töpfe sind aus Edelstahl, der Preis klingt nach Gold. Das Topfset von AMC ist das teuerste im Test. Visiotherm heißen die 'goldenen Töpfe'. AMC verkauft sie ausschließlich im Direktvertrieb. Die Kochtöpfe sind gut. Die Deckel schließen sogar sehr gut. Noch besser sind im Test allerdings die Töpfe von Tchibo und das Topfset WMF Gala Plus. Sie kosten nur 100 beziehungsweise 199 Euro pro Topfset. Wer schlau kauft, spart bis zu 640 Euro.

12 Topfsets sind gut

Die Stiftung Warentest hat 17 Topfsets untersucht: 15 aus Edelstahl, 2 aus Aluminiumguss. Der Testsieger von Tchibo ist leider ausverkauft und derzeit nicht zu haben. Doch es gibt Alternativen. Zwölf Topfsets sind im Test gut. Das preiswerteste gute Topfset heißt Berndes Millesima und kostet 160 Euro. Für 40 Euro mehr gibt es das bereits erwähnte Topfset von WMF: Gala Plus. Qualitätsurteil: gut, Note 2,1. Diese Kochtöpfe sind rundum gut. Sie heizen schnell auf, halten die Wärme und geben sie gleichmäßig ab.

12 Minuten für drei Liter

In den besten Kochtöpfe kochen im Test drei Liter Wasser nach 12 Minuten. Die schlechteren Topfsets brauchen 20 Minuten und mehr. Das kostet Zeit und Energie. Gute Kochtöpfe halten auch länger warm. Hier sind Edelstahltöpfe im Vorteil. Sie halten die Wärme besonders gut. Aluminiumtöpfe kühlen schneller ab. Sie brauchen beim Kochen etwas mehr Energie. Vorteil der Aluminiumtöpfe: sie sind leichter und für Nickelallergiker perfekt. Beschichtete Kochtöpfe aus Aluminiumguss geben kein Nickel ab.

Nickel im Test kein Problem

Aus Edelstahltöpfen kann sich dagegen Nickel lösen. Vor allem beim Kochen stark säurehaltiger Speisen. Die Tester untersuchten das mit Sauerkraut. Wieder und wieder. Erfreuliches Ergebnis: Auch die Edelstahltöpfe im Test sind ohne Tadel. Sie setzen kaum Nickel frei. Allergiker sollten aber zur Sicherheit in beschichteten Töpfen kochen. Übrigens gibt es auch Lebensmittel, die von Natur aus reichlich Nickel enthalten: Erbsen, Linsen und Bohnen etwa. Nickelallergiker müssen ausprobieren, ob sie darauf ansprechen.

Alle Kochtöpfe kochen nur mit Wasser

Gemüse ist besonders gesund, wenn es schonend zubereitet wird. Hitze und Wasser laugen die Nährstoffe aus oder machen sie kaputt. Wasserarmes Kochen liegt deshalb im Trend. Das teure AMC-Topfset soll sogar ohne Wasser garen. Zuviel versprochen: Stiftung Warentest kochte Kartoffeln. Streng nach Gebrauchsanleitung - mit sehr wenig Wasser. Ergebnis: Die Kartoffeln brannten im Test an. Mit etwas mehr Wasser kochen die Kochtöpfe besser. Einen Spezialdeckel, wie bei dem Topfset von AMC, braucht es dazu nicht. Der Deckel muss nur dicht schließen. Das Braten ohne Fett funktioniert bei allen Kochtöpfen. Schwierigkeiten beim Reinigen gab es im Test nicht.

Topflappen sind angesagt

Heiße Töpfe sind gut, heiße Griffe nicht. Bei Schulte-Ufer Romana und Rösle Teknika werden die Deckelgriffe im Test unangenehm heiß. Vorsicht ist auch bei den AMC-Kochtöpfen angesagt: Der Metallring unter dem Deckelgriff heizt mächtig auf. Echte Verbrennungsgefahr besteht bei den Griffen der Topfset-Reihe Berndes Titanium. Sie erreichen im Test Temperaturen von 90 Grad und mehr. Berndes liefert kleine Stofftaschen zum Aufstecken mit. Wer diese Thermo-Grips vergisst, riskiert Brandblasen. Topflappen sind also angesagt.

Test-Tipps: Kochtöpfe richtig kaufen

* Material. Wählen Sie Ihr Lieblingsmaterial: Edelstahl ist vielseitig und robust, Aluminium ist leicht. Aluminiumtöpfe sind meist antihaftbeschichtet. Edelstahltöpfe halten die Wärme länger als Aluminiumtöpfe.

* Deckel prüfen. Achten Sie beim Kauf der Kochtöpfe auf den Deckel: Er muss gut schließen und fest aufliegen. Durch einen Glasdeckel können Sie in den Kochtopf schauen ohne den Deckel zu öffnen. Das spart Energie.

* Boden prüfen. Der Topfboden muss stabil sein und darf sich nicht verziehen. Legen Sie ein Lineal an: Der Topfboden darf nicht nach außen gekrümmt sein. Positiv sind Kochtöpfe mit Sandwichboden. Durch die wärmeleitende Zwischenschicht heizen die Töpfe schneller auf.

* Griffe prüfen. Rütteln Sie vor dem Kauf an den Griffen: Sind sie stabil und nicht zu klein? Geschraubte Griffe können Sie später wieder anziehen. Kunststoffgriffe sind nicht ofenfest - zumindest nicht bei hohen Temperaturen.

* Induktionsherde. Für Induktionsherde brauchen Sie Kochtöpfe mit magnetischem Boden. Für Gas, Elektro und Ceranfelder eignen sich dagegen alle Töpfe im Test.

* Schneller kochen. Schnellkochtöpfe sparen Zeit und Energie. Nutzen Sie die Technik für Gerichte mit langen Garzeiten.

* Topfset kaufen. Kaufen Sie Ihre Kochtöpfe am besten im Topfset. Setangebote sind in der Regel deutlich preiswerter als einzelne Töpfe.

Richtig kochen und reinigen

* Wenig Wasser. Kochen Sie Gemüse mit wenig Wasser. Das erhält die Vitamine und spart Energie. Aber Vorsicht: Je weniger Wasser, desto schneller brennt das Essen an. Vor allem Kartoffeln brauchen Wasser. Experimentieren Sie, bis Sie die optimale Menge für Ihren Kochtopf gefunden haben. Gelochte Metalleinsätze können ein Anbrennen verhindern.

* Kleiner Kochtopf. Verwenden Sie jeweils den kleinstmöglichen Topf. Stellen Sie ihn auf die Platte oder die Feuerstelle mit gleichem Durchmesser. Das spart Energie.

* Spät salzen. Geben Sie Salz erst ins heiße Wasser. Das schont den Topf: Salz kann feine Löcher in Edelstahl fressen.

* Wärme ausnutzen. Schalten Sie die Platte beim Elektroherd möglichst früh herunter. Nutzen Sie die Restwärme aus.

* Beschichtete Kochtöpfe. Vorsicht mit beschichteten Töpfen: Besteck aus Metall kann die Antihaftbeschichtung zerkratzen. Bei extrem hohen Temperaturen über 300 Grad kann die Beschichtung verdampfen. Dabei entstehen möglicherweise giftige Gase. In der Küche werden solche Temperaturen normalerweise nicht erreicht. Trotzdem gilt: Erhitzen Sie beschichtete Kochtöpfe nicht ohne Inhalt.

* Kochtöpfe reinigen. Töpfe mit Antihaftbeschichtung bekommen Sie mit Lappen und Spülmittel sauber. Bei Angebranntem auf Edelstahl ist oft Scheuermittel angesagt. Das kann wiederum den Topf zerkratzen. Scheuern Sie deshalb mit Bedacht.

* Nicht in die Spülmaschine. Alugusstöpfe gehören nicht in die Spülmaschine. Aluminium wird schwarz und färbt ab. Ansonsten gilt: Halten Sie sich an die Gebrauchsanleitung des Herstellers. Die gibt an, ob die Kochtöpfe spülmaschinenfest sind.

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Topfsets aus Edelstahl
WMF Gala Plus (Testnote: 2,1)
Fissler original-profi collection (Testnote 2,3)
Silit Inspiration (Testnote 2,3)
WMF Gourmet Plus (Testnote 2,3)
Berndes Millesima (Testnote 2,4)
Silit Competence (Testnote 2,4)
Schulte-Ufer Profi-Line i (Testnote 2,5)
Schulte-Ufer Romana i (Testnote 2,5)
Elo Silicano (Testnote 2,9)
Elo Platin (Testnote 3,0)

Aluminiumguss-Topfsets
Berndes Titanium Special (Testnote 2,9)
Fissler black edition (Testnote 3,0)