Test Halogenlampen: Bestenfalls befriedigend

Test Halogenlampen 10.02.09, Quelle: STIFTUNG WARENTEST

Halogenlampen geben warmes angenehmes Licht. Die Anbieter preisen sie nun als moderne Alternative zur Glühlampe. Doch das Versprechen geht nicht auf. test.de zeigt die besten Halogenlampen und sagt, warum Energiesparlampen meist besser sind.

Glühbirne verboten

Die gute alte Glühbirne hat ausgedient. Sie verbraucht zu viel Energie. Die EU plant den Verkaufsstopp in mehreren Schritten. Ab Herbst 2009 sollen zunächst alle Glühlampen mit mattem Glaskolben vom Markt. Auch die 100-Watt-Birne mit klarem Glas darf ab Herbst nicht mehr verkauft werden. Bis zum Jahr 2012 sollen weitere ineffiziente Glühlampen verschwinden. Strom sparen ist angesagt. Das haben die EU-Mitgliedsstaaten beschlossen.

Leuchtstoff spart Strom

Leuchtstofflampen sparen Strom. Bis zu 80 Prozent. Kompakte Modelle sind als Energiesparlampen bekannt. Doch ihr Licht ist nicht jedermanns Sache. Energiesparlampen können die Farben verfälschen. Ihr Licht ist nicht gleichmäßig über alle Wellenbereiche verteilt. Vor allem Rottöne können leiden. Rote Gegenstände erscheinen dann verfärbt. Aus Knallrot wird im schlimmsten Fall blasses Orange.

Halogen angenehm und warm

Als Alternative sind Halogenlampen im Angebot. Sie funktionieren nach demselben Prinzip wie Glühlampen. Ein Glühfaden aus Wolfram liefert das Licht. Unterschied: Der Glaskolben der Halogenlampe ist mit Schutzgas gefüllt. Das gibt es bei Glühlampen nicht. Das Gas enthält die Halogene Brom oder Jod. Sie schützen den Glühfaden, und die Lampe hält länger. Halogenlampen geben angenehmes warmes Licht.

26 Halogenlampen im Test

Halogenlampen mit Schraubsockel passen in jede herkömmliche Fassung. Sie arbeiten mit 230 Volt Netzspannung. Außerdem gibt es Halogenlampen mit verschiedenen Stift- und Stecksockeln: etwa G9 und GU10 für den 230-Volt-Betrieb. Diese Leuchtmittel setzen die passende Leuchte voraus. Preisgünstig und insgesamt effizienter sind Halogenlampen für den 12-Volt-Betrieb. Sie brauchen einen Trafo. Die kleinen 12-Volt-Lämpchen gibt es beispielsweise in den Größen G4 und GU5.3. Die Stiftung Warentest hat 26 Halogenlampen der verschiedenen Systeme untersucht. Ergebnis: In puncto Strom sparen und Umwelt schonen sind Halogenlampen bestenfalls befriedigend. STIFTUNG WARENTEST testete folgenden Gesichtspunkte: Lichttechnische Eigenschaften (55%), Umwelteigenschaften (40%), Deklaration (5%). Die beste Lichtausbeute erzielten im Test die Energy saver-Halogenstrahler Osram Decostar ES und Philips EcoHalo: 14 Lumen pro Watt. Beides sind Lampen für 12-Volt-Betrieb.

Länger haltbar als Glühlampen

Die Werbung gibt anderes vor. 'Schalten Sie um auf Klimaschutz', wirbt Osram für seine Halogen Energy Saver. Die Halogenlampe in Glühbirnenform passt in jede herkömmliche E27-Fassung. Osram verspricht die doppelte Lebensdauer. Eine normale Glühbirne brennt für etwa 1 000 Stunden. Die Halogen Energy Saver von Osram soll 2 000 Stunden halten. Im Test erreicht die Halogenlampe sogar 2 350 Stunden. Dann lässt ihre Helligkeit deutlich nach. Zum Vergleich: Gute Energiesparlampen kommen auf 10 000 Betriebsstunden und mehr.

Energieklasse stimmt nicht

Osram nennt für seine Halogen Energy Saver eine Stromersparnis von bis zu 30 Prozent und Energieklasse C. Das löst die Halogenlampe im Test nicht ein. Die Energy Saver erfüllt nur die Kriterien der Energieklasse D. Für Klasse C reicht die Lichtausbeute der Halogenlampe nicht. Auch die Stromersparnis fällt niedriger aus als angegeben. Im Test etwa 17 Prozent. Qualitätsurteil: mangelhaft - wegen falscher Deklaration. Ähnliches gilt für die 230-Volt-G9-Stecksockellampen von Nice Price und Paulmann: Auch hier stimmt die auf der Packung angegebene Energieklasse nicht. Nice Price und Paulmann nennen Klasse D, liefern aber nur Klasse G.

Ersparnis bis 44 Prozent

Am wenigsten Strom verbrauchen die 12 Volt-Reflektorlampen Osram Decostar und Philips EcoHalo. Im Vergleich zu einer normalen Glühlampe mit Reflektor sparen sie bei gleicher Helligkeit etwa 44 Prozent Strom. Für Halogenlampen ein guter Wert. Im Vergleich mit Energiesparlampen aber recht mau. Energiesparlampen sparen bei gleicher Helligkeit bis zu 80 Prozent. Die Stärke der Halogenlampen ist ihre gute Farbwiedergabe. Beim Energiesparen sind sie bestenfalls zweiter Sieger. Einige 230-Volt-Modelle verbrauchen sogar mehr Strom als herkömmliche Glühlampen.

Tipps und Informationen rund ums Licht

Energiesparlampen helfen sparen
* Ersparnis. Kaufen Sie Energiesparlampen, wenn Sie Strom sparen wollen. Gute Energiesparlampen verbrauchen 80 Prozent weniger Strom. Im Test überlebten sie bis zu 15 500 Brennstunden und 210 000 Schaltzyklen.

* Umsteigen. Tauschen Sie herkömmliche Glühlampen gegen Energiesparlampen aus. Warten Sie nicht, bis die Glühlampen durchbrennen. Die Kosten für die Anschaffung der Energiesparlampen amortisieren sich durch den geringeren Stromverbrauch schon nach etwa einem Jahr. Außerdem schonen Sie die Umwelt.

* Sondermüll. Energiesparlampen enthalten giftiges Quecksilber und gehören nicht in den Hausmüll. Geben Sie ausgediente Energiesparlampen auf einem Recyclinghof ab. Oder fragen Sie beim Händler: Viele Händler nehmen ausgediente Energiesparlampen zurück.

* Umtauschen. Manche Energiesparlampen geben schnell den Geist auf. Grund sind Schwankungen in der Fertigungsqualität. Bewahren Sie deshalb den Kassenbon auf. Tauschen Sie die Lampe beim Händler um, wenn sie zu schnell kaputt geht.

Licht und Farben

* Farbtemperatur. Die Farbtemperatur entscheidet über die Wirkung des Lichts. Von warmweiß bis kaltblau. Warmweißes Licht hat eine Temperatur unter 3 300 Kelvin, kühles Tageslichtweiß über 5 500 Kelvin. Je höher der Temperaturwert, desto kälter das Licht. Die Blaue Stunde kurz nach Sonnenuntergang kommt auf über 9 000 Kelvin. Glühlampen liegen etwa bei 2 700 Kelvin, Halogenlampen bei 2 600 bis 3 200 Kelvin, Energiesparlampen bei 2 700 bis 8 000 Kelvin. Das sind Richtwerte. Die genaue Farbtemperatur hängt auch von der Konstruktion der Lampe und ihrer Leistung ab.

* Farbwiedergabe. Farbtemperatur und Farbwiedergabe sind nicht identisch. Lampen mit gleicher Farbtemperatur können Farben unterschiedlich wiedergeben. Ausschlaggebend ist die Verteilung des Lichts über alle sichtbaren Wellenbereiche. Glühlampen erzeugen ein sehr gleichmäßiges Spektrum. Sie dienen deshalb als Referenz. Ihr allgemeiner Farbwiedergabeindex liegt bei 100 Punkten. Der Index zeigt die Qualität der Farbwiedergabe. Je höher der Wert, desto natürlicher erscheinen die Farben. Halogenlampen erreichen Indexwerte bis 100, Energiesparlampen etwa 80 Punkte. Das gilt für warmweiße Lampen. Tageslicht-Energiesparlampen geben die Farben natürlicher wieder. Sie kommen auf 90 Punkte und mehr.

* Lichtstrom. Der Lichtstrom gibt an, wie viel Leistung die Lampe als sichtbares Licht abstrahlt. Wert in Lumen. Je höher desto besser. Der Lichtstrom in Lumen steht meist auf der Packung. Beispiel: Eine 40-Watt-Glühlampe liefert etwa 400 Lumen. Ebenso viel wie eine 7-Watt-Energiesparlampe. Etwa dieselbe Lichtmenge liefert auch eine 35-Watt-Halogenlampe mit 12 Volt.

* Lichtausbeute. Das ist der Lichtstrom in Lumen im Verhältnis zur aufgenommen Leistung in Watt (Lumen pro Watt). Die Lichtausbeute zeigt den Wirkungsgrad einer Lampe. Glühlampen erreichen etwa 6 bis 13 Lumen pro Watt. Die Halogenlampen im Test kommen auf 4 bis 14 Lumen pro Watt. Energiesparlampen liefern bis 60 Lumen pro Watt.

Halogenlampen für klare Farben

* Ersparnis. Halogenlampen sparen nur wenig Strom. Einige Modelle verbrauchen sogar mehr Strom als vergleichbare Glühlampen. Setzen Sie Halogenlampen deshalb nur gezielt ein. Etwa zur Beleuchtung von Fotos und Bildern. Energiesparlampen verfälschen hier oft die Farben.

* Mit Trafo. Nutzen Sie 12-Volt-Halogenlampen, wenn möglich. Vorteil: 12-Volt-Systeme mit Trafo verbrauchen meist weniger Strom als vergleichbare 230-Volt-Halogenlampen.

* Leistung beachten. Schließen Sie immer genügend Halogenlampen an Ihr 12-Volt-System an. Die Lampenleistung sollte etwa der Trafoleistung entsprechen. Ist der Trafo zu schwach, kann er überhitzen. Liefert der Trafo dagegen deutlich mehr Leistung als die Lampen abnehmen, gehen die Lampen schneller kaputt.

* Zukunft. LED-Lampen gelten als Lichtquelle der Zukunft. Die Licht emittierenden Dioden brauchen nur wenig Strom. Die heute gebräuchlichen LED-Lampen liefern aber noch zu wenig Licht. Nur 30 bis 60 Lumen. Zum Vergleich: Selbst eine kleine 12-Volt-Halogenlampe mit 20 Watt kommt auf über 200 Lumen. In Zukunft sollen LED-Lampen Schritt für Schritt besser werden.

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